Heimopfertreffen Archiv

Samstag im Bürgertreff Korntal 28.03.2015
4. Opfertreffen der ehemaligen Heimopfer, der Kinderheime der Brüdergemeinde Korntal

Zum 4. Male trafen sich die Betroffenen in Korntal. Erstmals stellten sich Frau Prof. Wolff, die mit der Aufarbeitung beauftragte Fachfrau  und der
Weltliche Leiter der Brüdergemeinde Korntal, Herr Klaus Andersen der Gruppe vor. Die strittigen Punkte betreffend gab es Fortschritte. So sagte Herr Andersen:

„Wir stehen in der Verantwortung, dass nun kein
zweites Mal wie damals geschwiegen wird und wir stellen Missbrauch und Gewalt nicht in Abrede.“

Zudem wurde versichert, dass alle Fälle aufgeklärt werden und sich die Einschränkung des Zeitraums nur auf die wissenschaftliche Aufarbeitung
bezieht, nicht jedoch auf die Aufklärung.
Der von den Betroffenen zunächst kritisierte Begriff „Unrecht“ im Titel des Projektes wurde von Frau Prof. Wolff und Herrn Andersen so begründet, dass damit nicht nur die sexualisierte Gewalt erfasst wird, sondern dass die Aufklärung damit umfassender sein kann (auch pädagogische Maßnahmen,finanzielle Untreue usw.).
In der Diskussion zeigte sich, dass zunehmend nicht nur über die Täter und die Opfer gesprochen wird, sondern dass die Gruppe der „Mitwisser“ zunehmend in den Fokus rückt. Warum haben sie geschwiegen, warum haben sie nichts unternommen, warum sind sie nicht zu Hilfe geeilt, warum wurden Täter gedeckt?
In diesem Zusammenhang wurde auch die Besetzung der Steuerungsgruppe von den Heimopfern in Frage gestellt, weshalb darf eine Person, die mit an der Vertuschung der Vorfälle beteiligt war, aktiv an der Aufarbeitung
teilnehmen. Diese Personalfrage soll in dem nächsten Treffen der Steuerungsgruppe geklärt werden. Auch wurde kritisiert, dass erst das „Wegsehen“ der damals Verantwortlichen, ermöglicht hat, dass sich ein
pädophiles Netzwerk der Täter bilden konnte. Ein ehemaliges Heimkind, dass zum ersten mal an dem Opfertreffen teilnahm, berichtete von einem
Patensystem, in dem Kinder über das Wochenenden an Familien „ausgeliehen“ wurden. Das besagte Heimkind wurde in diesem Zusammenhang mehrfach von zwei seiner sogenannten Paten in deren Privatwohnungen vergewaltigt.
Was die Finanzierung des Projektes angeht, fordern die Betroffenen eine Lösung, die die Unabhängigkeit der Projektleiterin garantiert. Die derzeitige direkte Finanzierung durch die Brüdergemeinde sollte nur
übergangsweise praktiziert werden, bis ein endgültiges Modell gefunden wird. Vorgeschlagen ist u.a. die Form eines Forschungsauftrags – finanziert durch sog. Drittmittel – in Verantwortung der Universität, an der Frau Prof. Wolff derzeit lehrt und forscht.
Die Heimopfer haben bei dem Treffen beschlossen, dass sie sich zukünftig als Verein organisieren werden. Nachdem es bei der Brüdergemeinde externe
Arbeitsgruppen gibt, die sich mit der Aufarbeitung beschäftigt, werden die Heimopfer auch eine eigene interne Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung auf den Weg bringen, mit dem Zweck der in der Steuerungsgruppe sitzenden Heimopfern den Rücken zu stärken. Kurz wurde auch über den Kirchentag diskutiert, bei der die Heimopfer auf dem Markt der Möglichkeiten mit einem eigenen Stand präsent sein werden.

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Unser 3. Heimopfertreffen am 13.12.2014

An diesem 3. Opfertreffen waren wir im Bürgertreff in Korntal mit 43 Teilnehmer zu Gast. Leider war dieser Raum zu klein, denn viele hatten keinen Platz mehr bekommen oder mussten auf dem Gang und an den Seiten  stehen bleiben. Aber die Gespräche waren sehr aufschlussreich. Viele neue Erkenntnisse haben wir zusammengetragen. Leider sind da nicht nur positive Erinnerungen ausgetauscht worden. Wir haben die Versammlung wegen des zu kleinen Raumes früher abgebrochen. Wir werden für unser nächstes Treffen nach einer größeren Räumlichkeit suchen. Vielen Dank an alle die gekommen sind.

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Unser 2. Heimopfer Treffen
Am Samstag den 18.10.2014 fand unser zweites Heimopfertreffen in Korntal statt! Es kamen erstaunlich viele, darüber haben wir uns sehr gefreut!
Für viele war es nicht einfach, offen über ihre Erlebnisse zu sprechen!
Wir danken allen, die gekommen sind, wir haben Respekt vor Ihnen!
Danken möchten wir auch unseren Unterstützern, die es überhaupt möglich gemacht haben, dass wir einen Raum zur Verfügung hatten!
Danke auch den Spendern für den guten Kaffee, Kuchen und Brezeln!
Danke auch der Presse, die sich sehr zurückgehalten hat !

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Am 24. Juli 2014 trafen sich erstmals eine größere Zahl ehemaliger Korntaler Heimkinder mit Korntaler Bürgern.

Wir Korntaler Bürgerinnen und Bürger begrüßten unsere Gäste im Bürgertreff. In einer großen Runde wurde dann eine umfangreiche Tagesordnung abgearbeitet. Nach der Vorstellungsrunde ging es um Themen wie die Schaffung eines Netzwerks, die professionelle Weiterentwicklung des Internetauftritts und vieles mehr.

Einige der früheren Heimkinder hatten Vertreter geschickt oder schriftliche Berichte ihrer Zeit im Heim zur Verfügung gestellt.

In den Pausen entwickelten sich viele Einzelgespräche und die wenigen Stunden vergingen wie im Flug. Ein gemeinsames Mittagessen schloss sich an und wir gingen auseinander mit der festen Absicht, uns bald nach den Sommerferien wieder zu treffen.

Soweit der sachliche Bericht. Die emotionale Dimension lässt sich schlecht in Worte fassen.

Für uns Korntaler Bürger lässt sich die Dimension der Geschehnisse, die sich vor unserer Tür in einer als heil empfundenen Welt abgespielt haben, nun erahnen. Bisher ist in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass es sich um einen oder zwei Kläger und nur deren Missbrauchsfälle handele. Es sind aber sehr wahrscheinlich viel mehr Kinder betroffen gewesen. Und damit sind nur Vorkommnisse gemeint, die auch vor vierzig Jahren als schwere Straftat galten.

Weitere Eindrücke werden die Berichte der anwesenden Pressevertreter schildern.

Um Nachgang unseres Treffens gibt es die erfreuliche Nachricht zu vermelden, das der Heimträger nun erstmals eine umfangreichere Information und Stellungnahme veröffentlicht hat.